In einem globalen Kontext, der von Kriegen, wirtschaftlicher Unsicherheit, Klimakrisen, sozialen Ungleichheiten und digitalen Transformationen geprägt ist, kündigt das Lugano Dance Project seine dritte Ausgabe an, die dem Thema „Tanz und Vermächtnis” gewidmet ist. Diese kritische Phase lädt dazu ein, sich zu fragen, was wir künftigen Generationen hinterlassen werden und wie wir die Erinnerungen des Körpers und der Bewegung bewahren, zurückgeben und neu erfinden können. Das Lugano Dance Project präsentiert sich dieses Jahr als öffentliches und inklusives Labor: eine fünftägige Plattform, die für das Publikum, Kuratoren und internationale Künstler offen ist und auf der die Vermittlung von Tanzwissen durch gemeinsame Praktiken, den Austausch von Perspektiven und gemeinsame Kreationen erfolgt.
Wie kann die Weitergabe von Tanz und Wissen fließend und zugänglich gestaltet werden? Wie kann durch Tanz ein Gefühl der Identität und Kontinuität geschaffen werden? Und wie lassen sich neue Formen des Tanzes und des Wissens schaffen, indem kollektive oder individuelle Erinnerungen, die in den Körpern gespeichert sind, verschiedene kulturelle Elemente aus unterschiedlichen Gesellschaften oder innerhalb derselben Gesellschaft aus verschiedenen Gruppen oder Klassen miteinander vermischt werden?
Wir haben beschlossen, die dritte Ausgabe des Lugano Dance Project dem Thema «Tanz und Erbe» zu widmen, da wir fest davon überzeugt sind, dass Weitergabe bedeutet, das, was wir aus der Vergangenheit geerbt haben, im Lichte der Kriterien der Zeit, in der wir leben – mit ihrem Wertesystem, ihren Herausforderungen und ihren Bedürfnissen – zu bewahren, aber auch weiterhin Kultur zu produzieren und die Voraussetzungen zu schaffen, damit zukünftige Generationen ihr eigenes Erbe aufbauen können.